Zugfahren, ein kollektives Ereignis

Ich frag mich immer, was diese Männer Ende 50 mit ihren Kameras um den Hals und unbeteiligten Blick, in Gleisnähe machen.
Heute auf der Fahrt, habe ich 2 gesehen. Einer stand mitten im Feld auf einem Vorsprung, knapp neben der Zugstrecke. Weit und breit kein Haus. Er sah ganz unvermittelt aus, in seinen bunten Regenklamotten.
Ein anderer stand in Hannover Fischerhof, ganz am Ende des Bahnsteigs, kurz bevor einem das Schild verbietet, weiter zu gehen.
Was machen die?
Vielleicht Fotografieren sie ankommende Züge, aber das wäre zu einfach. An manchen Tagen habe ich auch solche Männer gesehen und kurz danach eine alte Dampflock auf ihrer Museumsfahrt. Aber davon war heute keine Spur…Es muß also noch einen anderen Grund geben…
Und dann ist da noch der Typ, der immer in Hannover Bismarkstraße einsteigt.
Er hat eine Neonweste an, wie die Straßenarbeiter. Dazu trägt er Jogginghose zu längeren, wasserstoffblond-gefärbten und mittel-gescheitelten Haar. Das wirklich außergewöhnliche ist aber seine Ordensammlung, die er auf einem brusttaschen-ähnlichen Fell-Etwas aufgereiht vor der Brust trägt. Er steigt also ein, geht einmal durch den Zug und steigt am HBF wieder aus. Mann, und nie weiß ich wenn ich umsteige, in welche Richtung es dann weiter geht.